Vortrag über Bilder - ohne Bilder
von Anne
Ein Beitrag von Linda Jaensch
Fotografien wider Willen - Am Dienstag gab sich Frau Dr. Cornelia Brink aus Freiburg im P1 um 11:45 die Ehre, vor dem Plenum über analoge Fotografien, die ohne Einverständnis der Fotografierten gemacht werden, zu sprechen.
Dass Frau Dr. Brink keine Bilder an die Wand warf, war “Teil ihres Arguments”. Die Zuhörer sollten auf ihre Imaginationsfähigkeit vertrauen, wä¤hrend Frau Brink Kriegsbilder, medizinische und ethnologische/anthropologische Fotos als Beispiele für Aufnahmen wider Willen beschrieb. Es schien zu funktionieren: das P1 war sehr still und aufmerksam, wirkte betroffen und nachdenklich.
Fotografien von gequälten, gefolterten oder toten Menschen (Stichwort Holocaust, Abu Ghraib) können an sich ein Verbrechen sein, aber auch neutralisierend wirken, in jedem Fall aber den Betrachter ebenfalls quälen und Tote gegenwä¤rtig erscheinen lassen. Als Beispiel beschrieb Frau Dr. Brink ein weibliches Holocaustopfer, welches splitternackt fotografiert wurde. Diese Frau müsse sich noch heute vor allen Betrachteraugen entblößen - wider Willen.

